Montag, 23. Juli 2007

Wasser-Spiele


Was für ein Wochenende. Nichts ahnend verließ ich am Samstagnachmittag Oberfranken und begab mich in eine eigentlich ebenfalls gemäßigte, wenn nicht gemäßigtere Klimazone - nach Mittelfranken - genau genommen nach Bubenreuth.

Auf der Feier einer Kollegin dauerte es dann nicht lange, bis wir den Garten verlassen mussten und im Haus Schutz suchten. Sehr gemütlich wurde es dann, als der Strom ausfiel, allerdings folgte recht bald die Ernüchterung, als der Ursache auf den Grund (im whrsten Sinne des Wortes) gegangen wurde. Ein Sturzbach ergoss sich in den Keller. Mit überraschender Ruhe und einem Schuss Galgenhumor reagierte die Hausherrin und wenig später erschien auch schon die Feuerwehr. Es hat unbedingt Vorteil weit oben am Hang zu wohnen. Man ist der Erste der Opfer des Hochwassers wird, das Wasser fließt wenigstens zum teil wieder aus dem Haus und vor allem war die Feuerwehr noch nicht völlig überlastet. Als unser Keller leer war, stand Bubenreuth unter Wasser.

Ob der dennoch netten Feier machte ich mich gegen drei Uhr mit einer Bekannten prächtig gelaunt auf, zu ihr nach Hause zu gehen, um zu nächtigen. Obwohl wir an zahlreichen schöpfenden Mitmenschen vorbeikamen, nur mit hochgekrempelten Hosen das Ziel erreichten, offneten wir die Haustüre völlig ahnungslos: Auch dort stand das Wasser im Keller bis zur Decke. Jetzt hatte die Feuerwehr aber keine Kapazitäten mehr! Also erst einmal die Fassung wiederfinden und dann wenigsten zwei, drei Stunden schlafen, weil mit Schöpfen braucht man da gar nicht erst anzufangen. Um acht war dann die Feuerwehr auch da, und der Keller leer gepumpt. Der Dreck und die defekten Geräte und Heizung werden aber noch länger für Arbeit sorgen.

Nichts desto trotz machte ich mich per Renner auf nach Ebermannstadt, und weiter gings es mit nassen Füssen. Ich kam mir vor wie in einem Katastrophenfilm und so war es für die wirklich Betroffenen ja auch.

In Ebermannstadt angekommen ging es dann nach Behringersmühle, wo wir unsere Kanus einsetzten. Mein erstes Mal. Dank der nächtlichen Regenfälle hatte sich die Wiesent auch in einen halbwegs interessanten Fluss verwandelt. Außerdem war er leer, weil die Verleiher keine Boote herausgaben. Die Fahrt verlief dann auch sehr spaßig und manchmal spannend - die Dinger sind schon sehr kippelig und die Wasserkante ist echt niedig. Aber als Biker weiß man ja wie man sich in kniffligen Situationen verhält - dem Weg des Wassers folgen. Aber man sollte nie die Gewalt des flüssigen Elements unterschätzen. Wie gesagt, es gibt einen Gott und er ließ mich ncht als Ersten fahren. Ich hätte auch gedacht: Under der Brügg'n pass' ma scho durch! War aber nicht so! Die Besatzung konnte sich retten, das Kanu verkeilte sich und verwandelte sich in ein Faltboot. Prima. Recht hohe Verlust für ein Wochenende. Die restlichen Kanus setzten ihre Reise dann noch bis Ebermannstadt fort. Bis dahin hatte der Hochwasserführende Fluss noch so ein paar Überraschungen parat - v. a. (zu) niedrig hängende Äste, so dass auch ich mit meiner Angetrauten noch kenterte und wir den restlichen Weg mit einem Paddel zulegen mustten! Wie dem auch sei, so zur Abwechslung ist Kanu fahren gar nicht übel!

Donnerstag, 12. Juli 2007

A73 - Die schöne neue Welt lässt auf sich warten


MenschMenschMensch, in welch schwindelerregende Höhen will die die Autobahndirektion Bayern die Vorfreude auf die ab Baiersdorf ausgebaute A73 noch treiben? Noch immer türmen sich Sandhaufen auf der einen Fahrspur, drängen sich LKWs und Kräne - nur Arbeiter sieht man recht selten.

War die Erwartungshaltung angesichts der Ersten-Wochenhälfte-Staus nicht schon groß genug? Durch geschickte Parallelbaustellen auf der A3 lenkt man noch etwas zusätzlichen Verkehr auf den Frankenschnellweg. Und schon wieder mehr Vorfreude ... wenn dort die Baustelle fertig ist (dort dauert es aber wohl noch länger), dann gibt's erst recht freie Bahn.

Nein, nun wird auch noch vor der Reisesaison die Baustelle verlängert, so dass nun quasi permanent Stau herrscht.

So wird eine schier unerträgliche Spannung aufgebaut. Die Diskrepanz zwischen jetzt und der neuen A73 wird atemberaubend sein.

Bleibt nur zu hoffen, dass

a) es in Ermangelung einer Klimaanlage weiterhin unter der Woche nicht sooo heiß wird (nicht dass der Post in Schwarze Bänder des Todes #2 unbenannt werden muss) und
b) sich das bekannte Sprichwort nicht bewahrheitet.

Schaut man sich aber Wetter- und Verkehrsprognosen an, wird wohl beides eintreten. Aber wer sucht denn schon wirklich auf einer Autobahn eine "schöne neue Welt"?!

Dienstag, 26. Juni 2007

Vegetarisch auf Fränkisch


Was will man da noch sagen ;-) Irgendwie ist die Kampagne der Bundesregierung - Fit statt fett - noch nicht optimal in die Provinz kommuniziert worden. Aber der Anfang ist gemacht, auch wenn es ein bisschen nach Etikettenschwindel aussieht. Als Metzger hat man's halt auch nicht leicht ...

Sonntag, 24. Juni 2007

Von wegen Klimawandel!

Von einem rasanten Klimawandel kann nicht gesprochen werden!



Beim MTB-Marathon heute in Frammersbach war das Wetter genauso wie vor vier Jahren - MATSCHIG - also weniger das Wetter als die Folgen dessen. Regenmenge und Temperatur dieses Wochenendes passen also wieder zu den langjährigen Erfahrungen.

Wie dem auch sei. Spaß hat's gemacht! Wenn man erst einmal die erste Schlammabfahrt hinter sich hat, ist's fast wie Skifahren: runter total lustig, rauf (ohne Lift) richtig anstrengend. Und zu langweilig war es dieses Mal auch nicht. Als Starter im zweiten Block (15 Minuten hinter dem ersten) gab's permanten Biker zu überholen.


So, dann hoffe ich mal auf trockeneres Wetter - weil Bike-Putzen macht weniger Spaß!

Montag, 4. Juni 2007

Erziehungserfolg!?

Das vergangene Wochenende schrie geradezu nach ausgedehnten Aktivitäten in der Fränkischen - also biken und dann ein gemütliches Camp in Moritz. So konnten auch mal die weiteren Familienmitglieder in den Genuss unserer herrlichen Heimat kommen. Und ich konnte die Früchte meiner Erziehungsarbeit genießen. Schon letztes Wochenende stellte ich mit Freude fest, dass meine Große in Ermangelung von Bikefähigkeiten den Königsweg der Fränkischen - den Uhlweg - immerhin mit Begeisterung erwandert.


Am Samstagnachmittag dann der Moment, auch den ich schon seit der Geburt hinarbeite. Die Große holt das Bier, die Kleine bringt die leere Flasche zurück in den Kasten! Juhu!! Nach zweieinhalb Jahren bekomme ich endlich mal etwas zurück - außer einem Kinderlachen!!


Nun gut, zurückbekommen habe ich dann noch mehr. Nachdem der Kasten (ohne Kinderhilfe) schließlich geleert war, sank ich seelig auf mein Lager - um dann um 4:55 Uhr Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden. Unsere Große war wach und traktierte nun ihrenVater auf eine geradezu impertinente Art und Weise. Die permanente Wiederholung der Buchstabenfolge M-A-M-A ließ an eine Fortsetzung der Nacht"ruhe" nicht denken. Und dieses terroristische Verhalten war einzig und allein auf mich gemünzt! Keine Kolateralschäden! Die Wiederholung der Buchstabenfolge wirkt auf Menschen in den Nachbarzelten nicht etwa zermürben, sondern im Gegenteil einschläfernd. Und was gäbe es schöneres, als sich um 5 Uhr umzudrehen und wieder einzuschlafen!!
Schließlich brach mein Widerstand (nach 1,5 Stnden) wie ein Kartenhaus in sich zusammen und die Trägerin der Buchstabenfolge gesellte sich samt des zweiten Terroristen in unseren VW-Bus. Oh doch, es ist wirklich komfortabel zu viert im VW-Bus. Und man ist sich so nah. Aber wenigsten kehrte noch einmal Ruhe ein.
Tja, da liegt dann wohl doch noch etwas Erzeihungsarbeit vor uns.

Montag, 14. Mai 2007

Saisonauftakt


Vor dem FSMM konnte ich mich nun wirklich nicht mehr drücken. Direkt vor der Haustüre, eine äußerst humane Stratzeit und das mit der Erkältung und Trainingsrückstand glaubt auch keiner mehr. Also rückten wir frohen Mutes mit Familien (zwecks Unterstützung) und Mitstreitern an. Kurz nach dem Start musste ich dann leider feststellen, dass sich meine Vermutung bestätigt zeigte: Die Konkurrenz hatte das tolle Wetter der vergangenen Wochenenden auch zum Trainieren genutzt.


Permanent am Anschlag quäle ich mich durch die erste Runde. Sicherlich - eine sehr abwechslungsreiche - ununterbrochenen abwechselnd steil bergauf und dann bergab - Strecke mit wenig Autobahnen und sogar ein paar sehr netten Trails. Dann endlich, die erste Runde ist geschafft. Am liebsten möchte ich aufhören, aber Spott klingt mir schon in den Ohren. Also weiter. Nun läuft es besser, wahrscheinlich weil man sich nicht mehr an den Einerundeknüpplern orientiert. Dann taucht sogar noch die schon auf Stunden enteilt geglaubte Konkurrenzperson auf. Die Motivation schießt nach oben. Eingeholt! Ein kotzende Kamerad am Rand führt dazu, dass ich mich auf einmal auch ganz komisch fühle - ein Blick auf die Pulsuhr verrät warum. Egal, im Downhill kann man regenerieren - in den Kurven weniger, wie sich zeigt! Dann noch ein paar "Wellen" - sehr euphemistisch - und dann vor der Meute, die in meinem Windschatten hängt, in dem letzte Singletrail - überholen unmöglich - und dann ab ins Ziel.
Hinterher hat's dann doch wieder Spaß gemacht. Vor dem nächsten Rennen muss aber noch einiges trainiert werden.

Sonntag, 6. Mai 2007

Im Naturschutzgebiet

Wie zu Beginn eines jeden Maienmonats entdecken die Forchheimer und einige, die sich dieser Region aus irgendwelchen Gründen (na, was kann das wohl sein) verbunden fühlen, ihre Liebe zur Natur. Und was läge da näher, als sich in ein Naturschutzgebiet zu begeben.


Aber irgendwie auch a weng öd, so nur Natur pur. Warum also den Naturbegriff nicht etwas weiter fassen und z. B. Naturprodukte gleich miterleben - und sind nicht letztendlich alle Getränke und Speisen ein Geschenk von Mutter Natur? Letztendlich! Und jetzt nix von Schlachtfabriken, Gammelfleisch, Käfighaltung, Antibotika, BSE! Natur ist angesagt! Also spricht nix gegen eine kleine Verpflegungsstation auf dem Ehrenbürg.


Und so ist das Walberla-Fest entstanden - natürlich mit einem fiesen Hintergedanken. Geplant war es als permanente Mahnwache für den Naturschutz: Geschützt werden sollte das Walberla v. a. für die Extremwanderer, die es sich zutrauen, diesen exponierten Monolith der Fränkischen zu erklimmen, und gegen Mountainbiker. Der perfide Gedanke: Wenn sich die Menschenmassen dort oben zertrampeln und jeden halbwegs sapßige Downhill durch kreuzweises Queren der Wege unmöglich machen, geben die Biker auf und der Berg gehört wieder alleine den Wanderen - wie früher in der guten alten Zeit. Doch ein Blick in den Fest-Kalender zeigt, wer ausdauernder war.

Woher mir dies alles bekannt ist. Seit einigen Jahren infiltriere ich die Festszene! Denn nur wer den Feind kennt, kann ihn besiegen. Und der Blick ist ja wirklich nicht zu verachten - wenn man mal ohne Bike unterwegs ist und in Ruhe ihn genießen kann.


Und wie ging ich zu Werke? Nun ja, nachdem ich genügend Informationen gesammelt hatte - so eignet sich der zwar direkte, folglich aber auch steile und NATÜRliche Weg von Wiesenthau nicht für den Kinderwagen - ergriff ich Maßnahmen zur Schwächung des Feinds. Ich erinnerte mich an Stalingrad und woran scheiterten wir? Der Nachschub! Also beschloss ich, die Versorgung mit dem Gerstensaft zu kappen, sprich zu vernichten, und griff beherzt zu.


Ein Bier - auf dem Walberla gibt es keine Bierchen - nach dem anderen wollte ich vernichten, um den Berg dauerhaft wandererfrei zu bekommen. Wenn die Biervorräte erschöpft wären und die Wanderer mit hängender Zunge den Berg kriechend verlassen würden, würde ich mich zu erkennen geben. Dieses Fanal, wäre dieser symbolträchtige Ort erste einmal in die Hände der Biker gefallen, hätte Signalwirkung: Die ganze Fränkische würde in unsere Hände fallen. Wanderer-Sklaven dürften nur noch die Wege markieren und kehren! Am Anfang lief es auch ganz gut:


Aber die vielen Konjunktive deuten es schon an. Letztlich war es ein Wiederholung von Stalingrad - und zwar für mich und nicht für die Wanderer. Die haben halt auch keine schlechte Kondition. Aber mein Feldwebel bewies Weitsicht und zwang mich zum Rückzug, bevor wir eingeschlossen waren. So muss jetzt wenigstens nicht ich die Wege kehren. Und kommendes Jahr versuche ich es erneut!